Marienkirche Aufhausen

Ein Kleinod aus alter Zeit

Kirche mit Rauhreif

Nahe am Albrand liegt die evangelische Marienkirche Aufhausen, eine kleine, aber geschichtsträchtige Kirche, die schon mehr als 600 Jahre lang allen Stürmen getrotzt hat.

 Die "Unserer Lieben Frau", d.h. der Maria geweihte Kirche wird erstmals im Jahre 1353 urkundlich als Kapelle des Klosters Wiesensteig erwähnt.

 

Die Christianisierung erfolgte hierzulande schon sehr früh, bereits im 7. Jahrhundert. Damit begann auch der Bau von Kapellen, Kirchen und Klöstern. Man kann sich fragen, warum die Kirche ganz am Rande des Ortes gebaut wurde. In einem Lageplan von 1840 ist die Abseitigkeit der Kirche deutlich sichtbar. Damals hörte das Dorf bereits auf dem Steinboss mit dem Hof "Abrahambauer" auf. Vor dem jetzigen Kirchengebäude mag wohl früher eine Feldkapelle gestanden sein, die als Frühmesskapelle von Deggingen aus benützt wurde.

Kirche im Winter vom Südwesten

Kirche vom Südwesten

Im 14. Jahrhundert wurde dann unsere jetzige Kirche gebaut. Baubeginn war 1377, etwa zu gleicher Zeit wie das Münster in Ulm. Sie wurde "Unserer lieben Frau" geweiht. Das Aussehen des Gebäudes, besonders seine Westseite, lässt darauf schließen, dass sie auch als Wehrkirche gedacht war, die in unruhigen Zeiten Menschen und Vieh einigen Schutz geben konnte.

Der Turm trug bis 1799 ein Satteldach. Das Innere der Kirche war ziemlich dunkel. Ein Pfarrer schrieb damals, sie gleiche eher einem Gefängnis: keine Sitzbänke, keine Emporen und fast keine Fenster.

 

Die Innenausstattung war im Laufe der Jahrhunderte einem starken Wechsel unterworfen. Im Chorraum stand ein mächtiger Altar "reich verguldt". Zwei weitere Altäre müssen noch vorhanden gewesen sein. 1393 stiftete die auf der nahen Burg "Bühringen" über Bad Überkingen sitzende Witwe des Grafen Ulrich d.Ä. von Helfenstein, die Herzogin Maria von Bosnien, eine Pfründe für einen Kaplan. 1471 wird der St.Annenaltar genannt. Auf dem großen Altar stand rechts St.Urban, links die heilige Katharina, in der Mitte Maria mit dem vom Kreuz genommenen Christus auf ihrem Schoß (ein sog. "Erbärmdebild"). Heute ist der Altar äußerst schlicht gehalten.

Auf dem Altar stand die Predella als Unterbau für diesen Altarschrein. Auf der Rückseite ist die Darstellung des sog. Schweißtuchs der Veronika mit dem Antlitz des gemarterten Christus. Auf der Rückseite dieser Predella wurde dann im 17. Jahrhundert das Abendmahlsbild gemalt. Es wurde 1960 gereinigt und aufgefrischt und mit einem neuen Rahmen aus alten Holz-Profilen versehen. Dieses dürfte der wertvollste Kunstbesitz unserer Kirche sein.

Links: Der auferstandene Christus steht über der Welt - Fensterbild im Altarraum (Osten)

Rechts: Die Früchte des Geistes nach Galater 5,22 - Fensterbild im Altarraum (Norden)